Arbeitszeitberatung · Müller & Mooseder

Schichtsysteme und Schichtplanung

Beratung für Industrie, Produktion und Dienstleistung – passgenau zum Bedarf, gesund für die Menschen und mit hoher Akzeptanz in der Belegschaft.

Wir entwickeln Schichtsysteme, die zu Ihrem Betrieb passen: wenn die Mengen steigen oder sinken, wenn der Arbeitsanfall saisonal schwankt, wenn Sie Fachkräfte für die Schichtarbeit gewinnen und halten wollen – und wenn sich das Arbeitszeitrecht ändert. Schichtplanung sieht kompliziert aus. Wir machen es so einfach wie möglich und so komplex wie nötig. Kurz: Wir sorgen für praxistaugliche Lösungen.

Kurz gesagt

Die Müller & Mooseder Unternehmensberatung aus Dachau bei München berät seit vielen Jahren bundesweit Unternehmen aus Industrie, Produktion, Logistik und Dienstleistung zu Schichtsystemen und Schichtplanung. Wir wählen mit Ihnen das passende Schichtmodell, passen es an Besetzungsbedarf, Wochenarbeitszeit und Teilgruppen an, berechnen den Personalbedarf, entwickeln Flexi-Regeln und Ausfallmanagement, moderieren die Abstimmung mit Betriebsrat und Belegschaft und begleiten die Umsetzung – mit dem Ziel hoher Betriebssicherheit auf gesundheits- und sozialverträgliche Weise.

Inhalt
  1. Ihr Anliegen
  2. Mehr Menge
  3. Weniger Menge
  4. Schwankungen
  5. Attraktive Schichtarbeit
  6. Neues Arbeitszeitrecht
  7. Branchen
  8. Vorgehen
  9. Schichtmodelle
  10. Häufige Fragen
  11. ↑ nach oben

Ihr Anliegen – unser Einstieg

Wo liegt das Problem?

Schichtbetriebe stehen regelmäßig vor besonderen Herausforderungen, die wir in unseren Beratungsprojekten in den allermeisten Fällen zufriedenstellend lösen können. Finden Sie Ihre Situation – und sehen Sie, was meist dahintersteckt, wie wir vorgehen und welches Ziel realistisch ist.

„Wir brauchen mehr Schichten – Samstagsarbeit reicht nicht mehr.“

Oft steckt dahinter
Längere Betriebszeiten betreffen oft nur einzelne Engpassanlagen – das bisherige Schichtmodell bildet das nicht ab.
Unser Ansatz
Mehrere parallel laufende Schichtmodelle oder anlagenübergreifende Schichtplangruppen – im moderierten Dialog aller Interessengruppen.
Ihr Ziel
Weniger Nacht- und Wochenendbelastung im Schnitt und gerecht verteilte Zuschläge.

„Die Aufträge gehen zurück, die Minusstunden wachsen.“

Oft steckt dahinter
Am bisherigen Schichtsystem wird zu lange festgehalten – mit Leerlauf und kurzfristigen Absagen von Schichten.
Unser Ansatz
Personalbedarf für Szenarien neu berechnen, Saldenvorschau, weniger Schichten oder kürzere Wochenarbeitszeit prüfen.
Ihr Ziel
Die Kapazität passt zum Bedarf – und die Fachkräfte bleiben für den nächsten Aufschwung.

„Der Arbeitsanfall schwankt – planbar ist kaum noch etwas.“

Oft steckt dahinter
Ein einziges Schichtmodell reicht für saisonale und kurzfristige Schwankungen nicht mehr aus.
Unser Ansatz
Flexibles Schichtsystem: Jahresszenario, kompatible Schichtmodelle, einfache Flexi-Regeln und Saldenvorschau.
Ihr Ziel
Hohe Betriebssicherheit – und Planbarkeit für die Beschäftigten.

„Wir finden kaum noch Leute für die Schicht.“

Oft steckt dahinter
Schichtarbeit heißt für viele fremdbestimmte Zeit und viele Wochenenden. Ältere stoßen an Grenzen, Eltern brauchen Vereinbarkeit.
Unser Ansatz
Lebensphasengerechte Schichtmodelle, Teilzeit im Schichtbetrieb, Zeitfenstersysteme und Wahlarbeitszeit.
Ihr Ziel
Schichtarbeit, für die Sie Fachkräfte gewinnen und halten.

„Nacht- und Wochenendarbeit zehren an den Leuten.“

Oft steckt dahinter
Eine volle Nachtschicht-Besetzung wird geplant, obwohl sie betrieblich nicht nötig wäre – nur damit das Schichtmodell einfach bleibt.
Unser Ansatz
Differenzierte Besetzungsbedarfe erfassen, Besetzungsstärken und Schichtzeiten ableiten, Arbeitszeitreduktion durchrechnen.
Ihr Ziel
Schichtmodelle, die zum Bedarf passen und gesundheits- und sozialverträglich sind.

„Was bedeutet das neue Arbeitszeitrecht für uns?“

Oft steckt dahinter
Geplant sind eine wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeit per Tarifvertrag und die elektronische Erfassung – beschlossen ist noch nichts (Stand Oktober 2026).
Unser Ansatz
Check Ihres Schichtsystems und Szenarien mit Personalbedarf, Besetzung und Saldenentwicklung im Vergleich zum heutigen Modell.
Ihr Ziel
Neue Spielräume nutzen, wo sie sinnvoll sind – ohne Gesundheit und Akzeptanz zu gefährden.

Noch nicht klar, wo der Hebel liegt?

Dann beginnen wir mit der Klärung. Schichtplanung sieht kompliziert aus – wir machen es so einfach wie möglich und so komplex wie nötig. So wird aus einem Anliegen ein klarer Auftrag.

  1. ErstgesprächAnlass, Ziele, Rahmenbedingungen und Dringlichkeit klären – unverbindlich, telefonisch oder online.
  2. StandortbestimmungBetriebszeiten, Besetzungsbedarf, Personalstruktur und die Bedürfnisse der Beschäftigten erfassen.
  3. Ziele und VorgehenVom Basismodell bis zur Umsetzung – mit Führungskräften, Belegschaft und Betriebsrat. So entsteht ein neues Schichtsystem

Ihre Branche:

Anlass 1

Die Mengen steigen: Betriebszeiten erweitern

Zwei Beschäftigte an einer automatisierten Fertigungslinie mit Schweißrobotern
Längere Betriebszeiten betreffen oft nur einzelne Anlagen – das Schichtsystem muss das abbilden.

Immer wenn sich die Betriebszeiten ändern, ist es wieder soweit: Es braucht ein neues Schichtmodell oder eine Optimierung des bisherigen. Zunächst versucht man meist, über Samstagsarbeit die zusätzlich benötigten Schichten zu bekommen. Das stößt aber irgendwann an Grenzen – vor allem, wenn regelmäßig Samstag-Spätschichten erforderlich werden. Dann braucht es oft einen moderierten Dialog zwischen allen Interessengruppen.

Der Bedarf ist dabei oftmals differenzierter, als es zunächst aussieht: Nur bestimmte Anlagen (Engpassanlagen, „bottleneck equipment“) müssen mit längeren Betriebszeiten gefahren werden, während der Bedarf für andere Anlagen stagniert oder sogar abnimmt. Hier kann man mit mehreren parallel laufenden Schichtmodellen arbeiten: Ein Teil der Belegschaft arbeitet z. B. im Vollkonti-Betrieb, andere Belegschaftsteile fahren 10- oder 15-Schicht-Modelle. In vielen Fällen kann man auch anlagenübergreifende Schichtplangruppen zusammenstellen, die sowohl die Engpassanlagen als auch z. B. 10-schichtige Anlagen bedienen. So gelingt es, die durchschnittliche Belastung durch Nacht- und Wochenenddienste deutlich zu reduzieren – und die Zuschläge „gerecht“ zu verteilen. Dabei entstehen neue, betriebsspezifische Schichtmodelle.

Es gibt brauchbare 18- und 19-Schicht-Modelle. Entscheidend ist immer die Akzeptanz des gelebten Modells, die mit unserer Schichtberatung wesentlich leichter zu erreichen ist, weil alle Beteiligten wissen: „Wir haben das beste Modell, das für unsere Situation möglich ist.“ Darüber hinaus entwickeln wir komplexe Modelle mit unterschiedlichen Besetzungsstärken (nachts, am Wochenende) – und liefern die Planungsinstrumente mit, mit denen Sie die Schichtmodelle bei Änderungen der Kapazitätsbedarfe selbst anpassen können.

Beispiel eines betriebsspezifischen Schichtmodells mit Früh-, Spät- und Nachtschichten für mehrere Gruppen über mehrere Wochen
Beispiel eines betriebsspezifischen Schichtmodells – zum Vergrößern anklicken.
Beratungsbeispiel: vermehrte Samstagsarbeit im 3-Schichtbetrieb
Ablaufgrafik eines Schichtprojekts: Situation, Analyse, Lösungsalternativen, Ergebnis und Umsetzung

Situation

Im 2- oder 3-Schichtbetrieb muss aufgrund der Auftragslage vermehrt an Samstagen gearbeitet werden. Vor allem die Spätschicht am Samstag sorgt bei den Beschäftigten für Unmut. Zudem ist der Freizeitausgleich nicht zufriedenstellend geregelt: Einzelne freie Tage im Wochenverlauf freuen niemanden so recht.

Analyse

Bei jedem Schichtprojekt erfassen wir zuerst die Situation, Ziele und Rahmenbedingungen möglichst vollständig:

  • In Gesprächen mit Führungskräften und dem Betriebsrat verstehen wir die Problemstellungen und Ziele aus den verschiedenen Perspektiven. Oft gibt es schon erste Lösungsideen, die wir ebenfalls aufnehmen.
  • Wir erfassen die konkreten betrieblichen und personellen Rahmenbedingungen, z. B. Anzahl parallel zu betreibender Anlagen, Engpassanlagen, Qualifikation der Beschäftigten, Nachtschicht-Untauglichkeit usw.
  • Wir erstellen ein Datengerüst, möglichst mit einer Jahresvorschau der erforderlichen Betriebszeiten in den relevanten Bereichen.

Lösungsalternativen

Daraus ergeben sich verschiedene Lösungsansätze. Wir zeigen ein möglichst breites Spektrum – einschließlich der Vor- und Nachteile:

  • Gibt es Möglichkeiten, den Bedarf an Samstagsarbeit für die Einzelnen zu minimieren bzw. zu verlagern? Es hilft, dies noch einmal zu prüfen und transparent zu machen, weil eine verstehbare Notwendigkeit die Voraussetzung für Akzeptanz in der Belegschaft ist. Lässt sich Samstagsarbeit z. B. auf mehrere Schichtgruppen verteilen? Kann und soll Arbeit vom Samstag (spät) auf Nachtschichten verlagert werden? (Wir prüfen dies, weil die Sozialverträglichkeit in diesem Fall so wichtig ist.)
  • Kann die Samstagsarbeit einschließlich der freien Tage rhythmisch geplant werden, oder ist ein flexibler Ansatz erforderlich? Bei einer flexiblen Lösung: Inwieweit und auf welche Weise können die Beschäftigten den Freizeitausgleich mitplanen? Bei rhythmischen Lösungen: Wie lässt sich der Freizeitausgleich zufriedenstellend einplanen? Hier gibt es einige gute Schichtrhythmen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.
  • Bei allen Lösungen prüfen wir auch die Robustheit im Hinblick auf das Ausfallmanagement und auf unvorhergesehene Schwankungen (Flexi-Reserve).

Wir veranschaulichen die Alternativen so, dass man sofort sieht, wie sie im Schichtplan aussehen. Mit dem Hintergrund vieler ähnlich gelagerter Projekte moderieren wir den Dialog zwischen allen Beteiligten und unterstützen die Lösungsfindung mit Empfehlungen aus unserer Beratungspraxis, damit man sich nicht in zu vielen Alternativen verliert.

Ergebnis: Der Betrieb bekommt ein Schichtsystem, das zu allen Rahmenbedingungen und zur Unternehmenskultur passt und die höchstmögliche Akzeptanz in der Belegschaft findet. Besetzungsplanung, Schichtmodelle und Jahresszenarien werden in weiter verwendbarer Form zur Verfügung gestellt, sodass Anpassungen jederzeit in Eigenregie möglich sind. Ist eine Lösung gefunden, erstellen wir eine Umsetzungsplanung (klare To-do-Liste) und begleiten auf Wunsch die Vorbereitung und erste Phase der Implementierung bis zum ersten operativen Schichtplan. Falls eine neue Betriebsvereinbarung erforderlich ist, unterstützen wir auch bei deren Erstellung.

Beratungsbeispiel: wertstrom­orientiertes flexibles Schichtsystem im Großbetrieb

Abhängig von der Auftragslage und der Einführung neuer Technologien (Industrie 4.0) kann für einzelne Anlagengruppen quer durch einen größeren Betrieb der Bedarf entstehen, die Betriebszeiten zu verlängern. Dann muss das gesamte Schichtsystem des Betriebs auf den Prüfstand und eine neue Form der Schichtplanung entwickelt werden. Unsere Leistungen:

  • Unterstützung bei der Ermittlung der Besetzungsbedarfe für die einzelnen Anlagen in Zusammenarbeit mit Führungskräften und Wertstromplanern
  • Bildung geeigneter Schichtplangruppen nach Qualifikationen
  • Berechnung der Personalbedarfe
  • Entwicklung kombinierter Schichtmodelle mit möglichst geringer Belastung der Beschäftigten durch Wochenend- und Nachtarbeit
  • Implementierung von Flexi-Optionen und Erarbeitung geeigneter Flexi-Regelungen
  • Bei Bedarf: mittelfristige Szenarienplanung (Saldenentwicklung)

Anlass 2

Die Mengen sinken: Kapazität anpassen, Fachkräfte halten

Wenn Aufträge zurückgehen, wird oft zu lange am bisherigen Schichtsystem festgehalten – mit Leerlauf, wachsenden Minusstunden oder kurzfristigen Absagen von Schichten. Gerade in dieser Lage lohnt sich ein geordneter Umbau: Die Kapazität passt wieder zum Bedarf, und die Beschäftigten wissen, woran sie sind. Denn wer heute qualifizierte Fachkräfte verliert, findet sie beim nächsten Aufschwung nur schwer wieder.

  • Wie viele Schichten, Linien und Betriebstage brauchen wir in den nächsten Monaten wirklich – und welche Szenarien sind denkbar?
  • Können wir weniger Schichten fahren, z. B. vom Vollkonti- in den 3-Schicht-Betrieb oder vom 3- in den 2-Schicht-Betrieb, und welche Schichtmodelle passen dann?
  • Lassen sich Schichtmodelle mit kürzerer Wochenarbeitszeit, freiwillige Teilzeit oder Wahlarbeitszeit nutzen, um Personal zu halten?
  • Wie setzen wir Arbeitszeitkonten gezielt ein, ohne dass die Salden aus dem Ruder laufen?
  • Wie bleiben Qualifikationen und Teams erhalten, damit der Betrieb beim Wiederanstieg schnell hochfahren kann?

Wir berechnen den Personalbedarf für die verschiedenen Szenarien neu, zeigen mit einer Saldenvorschau, wie sich die Zeitkonten entwickeln, und entwickeln Schichtmodelle, die sich bei steigender Nachfrage wieder erweitern lassen. Auch hier gilt: Die Lösung wird mit Führungskräften, Betriebsrat und Belegschaft erarbeitet – das schafft Verständnis für notwendige Einschnitte und vermeidet Gerüchte und Verunsicherung.

Mehr zur Berechnung des Personalbedarfs: Personalbedarfsplanung.

Anlass 3

Hohe Schwankungen und Saisonalität: flexible Schichtsysteme

Die Zeiten jahrelang gleichlaufender Schichtmodelle sind in vielen Betrieben vorbei. Saisonale Schwankungen und kundengesteuerte Änderungen des Arbeitsanfalls sind eine besondere Herausforderung, die flexible Schichtsysteme voraussetzt. Schichtarbeitende wünschen sich dagegen Planbarkeit, Zuverlässigkeit und oft auch mehr Zeitsouveränität. Gute Schichtplanung muss beides berücksichtigen.

Das können regelmäßige saisonale Schwankungen sein, aber auch kurzfristigere Bedarfsänderungen mit relativ kurzen Planungsfristen. Spätestens das ist mit Hausmitteln meist nicht mehr optimal planbar. Man muss die Elastizität verschiedener Schichtmodelle kennen, braucht geeignete Werkzeuge für die Abbildung verschiedener Betriebszeiten mit den jeweiligen Schichtrhythmen und Szenarien für die Saldenentwicklung – und muss bei all dem stets die Gesundheits- und Sozialverträglichkeit (Akzeptanz) berücksichtigen.

Optimierungsansatz für Schichtsysteme: Betriebszeiten, betriebliche Grundlagen, Personalstruktur, Bedürfnisse der Beschäftigten, Basis-Schichtmodelle und rechtlicher Rahmen fließen zusammen in passende Schichtmodelle, Flexi-Regeln und Akzeptanz
Unser Ansatz für die Schichtplanoptimierung: Alle Einflussgrößen fließen in ein Gesamt-Schichtsystem – zum Vergrößern anklicken.

Unsere Leistungen für flexible Schichtsysteme

  • Beratung bei der Auswahl geeigneter Basismodelle
  • Entwicklung von Schichtrhythmen für verschiedene Betriebszeiten und Besetzungsstärken, gerne mit Beteiligung von Führungskräften und Beschäftigten
  • Szenarien für die Steuerung im Jahresverlauf mit Personalbedarfsermittlung und Vorschau auf die Saldenentwicklung (dynamische Jahresplanung)
  • Kommunikation mit der Belegschaft und Moderation der Abstimmung mit dem Betriebsrat
  • Regelungen für die Schichtplanung und die Steuerung des Schichtsystems (Flexi- und Steuerungsregeln)
  • Passende Regelungen für das Ausfallmanagement
  • Begleitung der Umsetzung, ggf. auch bei der Auswahl eines geeigneten IT-Systems zur Schichtplanung
Beratungsbeispiel: saisonale und kurzfristige Auslastungs­schwankungen

Situation

In vielen Betrieben sind die Schwankungen des Arbeitsanfalls so groß, dass ein einziges Schichtmodell nicht mehr ausreicht. Der Betrieb braucht eine hohe Zuverlässigkeit für die bedarfsgerechte Besetzung der Schichten, die Beschäftigten wünschen sich möglichst gute Planbarkeit und Vorausschau. Dazu bedarf es eines hochflexiblen Schichtsystems mit Regeln für die Schichtplanung, die auch die Bedürfnisse der Beschäftigten angemessen berücksichtigen. Unser Anliegen ist es, hohe Betriebssicherheit und wirtschaftliche Effizienz auf gesundheits- und sozialverträgliche Weise zu erreichen. Eine hohe Akzeptanz des Schichtsystems vermeidet nicht zuletzt unnötige Fehlzeiten und erleichtert die Personalgewinnung erheblich.

Konzeption der Lösung

Der Lösungsraum wird bei hochflexiblen Schichtsystemen durch die Qualifikationsbreite, das Vorhandensein von Engpassanlagen (Möglichkeit von Parallelbetrieb), das Ausmaß der Schwankungen und deren Vorhersagezeiten bestimmt.

  • In einem Jahresszenario werden die verschiedenen Phasen bzw. Betriebszustände (z. B. als Linien × Wochenbetriebszeit) erfasst und mit dafür möglichen Schichtmodellen verknüpft.
  • Innerhalb der einzelnen Schichtmodelle werden weitere Flexi-Elemente integriert, um auf kurz- und mittelfristige Schwankungen reagieren zu können.
  • Um besondere Spitzen und Täler abzufedern, wird mit der Produktionsplanung abgestimmt, inwieweit es Glättungsmöglichkeiten gibt.
  • Für die verschiedenen Phasen entwickeln wir möglichst gesundheits- und sozialverträgliche Schichtmodelle, die in den Übergängen miteinander kompatibel sind.
  • In der Regel wird eine Personalbedarfsplanung gewünscht, die ggf. den erforderlichen Einsatz von Zeitarbeitskräften einschließt.
  • Eine Saldenvorschau (Plus- und Minusstunden) zeigt, wie das gesamte Schichtsystem über das Jahr hinweg „aufgeht“.

Das alles hört sich kompliziert an und ist es auch. Unsere Aufgabe ist es, daraus eine einfache und praktikable Lösung zu machen: Wir fassen die Komplexität so zusammen, dass man sich konkret vorstellen kann, wie der Jahresverlauf für den Betrieb und für die einzelnen Beschäftigten aussieht. Flexible Schichtsysteme brauchen immer auch einfache, transparente Flexi-Regeln zur Steuerung (z. B. Ankündigungsfristen). Dabei zeigen wir, welche Möglichkeiten die Beschäftigten haben, insbesondere den Freizeitausgleich mitzuplanen – hierfür gibt es praktikable Methoden wie ein Zeitfenstersystem.

Umsetzungsbegleitung

Besetzungsplanung, Schichtmodelle und Jahresszenario werden in weiter verwendbarer Form zur Verfügung gestellt, sodass Anpassungen jederzeit in Eigenregie möglich sind. Ist eine Lösung gefunden, erstellen wir eine Umsetzungsplanung (klare To-do-Liste) und begleiten auf Wunsch Vorbereitung und erste Phase der Implementierung. Falls eine neue Betriebsvereinbarung erforderlich ist, unterstützen wir auch dabei.

Wie können flexible Schichtsysteme auch für die Beschäftigten attraktiv sein?

Ganz entgegen dem Trend zu immer mehr Flexibilisierung und Mobilität arbeiten viele Beschäftigte in Schichtsystemen, die sehr wenig persönliche Flexibilität zulassen. Es sind vielmehr die Betriebe, die fordern, die Schichtsysteme müssten flexibler werden, weil sich Bedarfsschwankungen – zum Beispiel im Zuge von Lean Production – direkt auf den Bedarf an Arbeitszeit niederschlagen. Zeitautonomie ist für viele Beschäftigte in Schichtsystemen ein Fremdwort. Und Schichtsysteme wird es weiterhin geben, da eine globalisierte Wirtschaft mit einem hohen Maß an Digitalisierung und Robotik immer mehr zu einem 24/7-Betrieb wird.

Wie also lässt sich Zeitautonomie im Schichtsystem ermöglichen? Schichtsysteme mit Früh-, Spät- und Nachtschichten bieten wenig Spielraum, wenn die Wochenarbeitszeit 38 bis 40 Stunden beträgt. Wir empfehlen den Betrieben daher oft, nicht mehr einseitig auf eine Maximierung der Wochenarbeitszeit zu setzen. Gerade moderne Schichtplan-Systeme machen es wesentlich einfacher, von starren Schichtgruppen abzuweichen und z. B. Modelle für vollzeitnahe Teilzeit anzubieten. Diese Modelle gibt es de facto schon in einigen Branchen, etwa aufgrund der Altersfreizeiten in der Chemieindustrie. Sobald mehr freie Tage verfügbar sind, gibt es Flexibilitätsoptionen.

Dann braucht es Regelungen und eine geeignete IT-Unterstützung, damit die Beschäftigten ihre Zeitwünsche einbringen können – möglichst mit Blick auf die Produktionssituation und die Besetzung im Team. Machbar ist das ohne Weiteres. In vielen Schichtbetrieben hält die Kultur aber starr an den Schichtgruppen fest – zum Nachteil derjenigen, die für sich und ihre Life Balance mehr Flexibilität bräuchten. Deshalb braucht es einerseits gute Werkzeuge, etwa für Zeitfenstersysteme, bei denen die Beschäftigten freie Tage und Einbringschichten mitbestimmen. Andererseits brauchen die Führungskräfte Unterstützung, damit schichtgruppenübergreifendes Arbeiten Schritt für Schritt von einer Zumutung zu einer Bereicherung wird. In unseren Projekten zeigen wir, wie Flexibilität von Betrieb UND Beschäftigten auch im Schichtbetrieb gelingt und Vorteile für alle bringt.

Anlass 4

Schichtarbeit attraktiv gestalten – für alle Lebensphasen

Wie schaffen wir es, wieder genügend qualifiziertes Personal für die Schichtarbeit zu gewinnen und zu halten? Die Suche nach Fachkräften und ihre Bindung wird für viele Betriebe zunehmend zur Existenzfrage. Ältere stoßen an Grenzen, Jüngere lassen sich nicht mehr so leicht für die Schichtarbeit gewinnen, Eltern brauchen Vereinbarkeit. Es geht – mit dem richtigen Lösungspaket.

Lebensphasen­gerechte Schichtmodelle – auch für junge Beschäftigte

Für die meisten Menschen hört sich Schichtarbeit zunächst nicht gut an. Bisher bedeutete sie für viele: völlig fremdbestimmte Arbeitszeit, viele Wochenenden, weg von Familie und Freunden. Entsprechend schwierig ist die Personalsuche geworden. Wir haben in einer Reihe von Projekten gezeigt, dass es auch anders geht:

  • Sobald man weniger als 40 Wochenstunden arbeiten muss, gibt es sehr attraktive Schichtmodelle.
  • Mehr Mitsprache bei der Freizeitentnahme – z. B. durch Zeitfenster­systeme – ermöglicht individuelle Flexibilität.
  • Gezielte Unterstützung bei Präferenzen zur Schichtlage, z. B. durch systematischen Schichttausch.
  • Sehr gezielter Einsatz von Zulagen für besonders unattraktive Schichten (z. B. Samstag-Spätschicht).
  • Wahlarbeitszeit: Die Beschäftigten wählen ihre Arbeitszeit in einem bestimmten Rahmen.

Teilzeit im Schichtbetrieb

Vater mit Kleinkind auf dem Arm unter Bäumen – Teilzeit im Schichtbetrieb ermöglicht Vereinbarkeit

In vielen Schichtbetrieben spielte Teilzeit bisher nur eine untergeordnete Rolle. Angesichts der demografischen Entwicklung entstehen aber immer mehr vollzeitnahe Teilzeitmodelle; auch Beschäftigte mit Kindern profitieren sehr davon. Die Frage ist regelmäßig: Wie können wir Teilzeitkräfte in unser Schichtsystem integrieren, ohne die Schichtgruppen aufzubrechen und ohne Besetzungslücken zu riskieren?

Dafür gibt es gute Lösungen, die auf die betriebliche Situation zugeschnitten sein müssen – z. B. Systeme mit ineinandergreifenden Schichtrhythmen und dazugehörigen Flexi-Spielregeln. Wir zeigen auch, wie Sie moderne IT-Systeme nutzen, um Besetzungsbedarf und individuelle Zeitbedürfnisse gleichermaßen zu erfüllen, und trainieren bei Bedarf die Führungskräfte, Teams mit wechselnder Zusammensetzung zu führen. Ansätze für den Ausgleich von Verfügbarkeits­einschränkungen finden Sie auch unter Dienstplanung.

Integration von Vollzeit- und Teilzeit-Schichtmodellen (Modelle A bis E) zu einem Schichtsystem; die Summe zeigt die Abweichungen von der Soll-Besetzung, T ist ein Flexi-Element
Integration von Teilzeitmodellen in ein Schichtsystem: Mehrere Rhythmen greifen ineinander, Flexi-Elemente gleichen Abweichungen von der Soll-Besetzung aus – zum Vergrößern anklicken.
Erfahrener Facharbeiter an einer CNC-Maschine

Ältere Beschäftigte in der Schichtarbeit

Wir haben langjährige Erfahrung mit altersgerechten und gesundheitsgerechten Schichtsystemen. Das Thema begleitet uns seit vielen Jahren in den meisten Projekten: Immer wenn ein Schichtsystem umgestaltet werden soll, fällt auf, dass Ältere den Wandel nicht ohne Weiteres mitgehen können. Wir suchen und finden Lösungen, die es ermöglichen, dass die Arbeitszeit für niemanden ein Grund ist, nicht bis zur Rente im Team mitarbeiten zu können.

Das häufigste Problem ist die „Nachtschicht-Untauglichkeit“: Viele Ältere, die in Früh- und Spätschicht gut mithalten, bekommen nachts erhebliche Schwierigkeiten, weil die Leistungsreserven nicht mehr ausreichen und andere biologische Veränderungen die Erholung zwischen den Schichten erschweren. Für dieses Problem gibt es Lösungsansätze, die gut funktionieren, wenn sie auf die jeweilige betriebliche Situation angepasst werden.

So gehen wir vor: Analyse, Lösungskonzept, Umsetzung

Analyse: Welche Aspekte des Schichtsystems sind für die Älteren problematisch?

Das ermitteln wir mit einer gezielten Analyse und – wenn möglich – direkt im Dialog mit betroffenen Beschäftigtengruppen. Beispiele sind Dauer der einzelnen Schichten, Pausenregelung, Dauer der Schichtblöcke, mittlere Wochenarbeitszeit, saisonale Spitzen sowie Dauer, Häufigkeit und Erholungsphasen der Nachtarbeit. Wichtig ist, die Punkte zu erfassen, die für die Betroffenen tatsächlich relevant sind. Dazu erfassen wir die betrieblichen Rahmenbedingungen: Altersstrukturanalyse, Skills-Matrix, Flexibilitätsbedarf bei den Betriebszeiten, Besetzungsbedarf, Anzahl an Gruppen und Linien, Produktionssystem usw.

Lösungskonzeption

So vielfältig wie die Ursachen sind auch die Lösungsmöglichkeiten. Wir zeigen zunächst einen möglichst breiten Lösungsraum und entscheiden im Dialog mit Ihnen, welche Möglichkeiten am besten zu den Menschen, zu den betrieblichen Rahmenbedingungen und zur Unternehmenskultur passen. Wir geben einen Überblick über gesundheitsverträgliche Schichtmodelle und zeigen, wie sich bestehende Modelle möglichst gesundheits- und sozialverträglich umgestalten lassen. Mit unseren praktischen Werkzeugen integrieren wir verschiedene Teilgruppen in ein Schichtsystem. Wichtig: Lösungen für Ältere sollten nicht einseitig zulasten Jüngerer gehen, denn auch für sie ist es oft nicht leicht, Schichtarbeit und Privatleben zu vereinbaren. Es braucht für jeden Betrieb und jede Belegschaft ein Lösungspaket, das insgesamt passt.

Umsetzungsbegleitung

Neben der methodischen Konzeption ist Change Management bei allen Schichtprojekten wichtig. Führungskräfte und Belegschaft wollen kein Schichtsystem „übergestülpt“ bekommen. Deshalb entwickeln wir es von Anfang an mit Führungskräften, Vertretungen der Belegschaft und dem Betriebsrat – und unterstützen bei Bedarf die Vermittlung in der Gesamtbelegschaft. Ein Beispiel: Selbst wenn es gelingt, Ältere von der Nachtarbeit freizustellen, sind diese nicht grundsätzlich begeistert, weil das in der Regel den Verzicht auf steuerfreie Zuschläge bedeutet, die für viele ein relevanter Gehaltsbestandteil sind. Oft sind daher Zwischenlösungen nötig – und möglich. Die im Projekt verwendeten Werkzeuge können Sie weiter nutzen, sodass künftige Anpassungen (andere Betriebszeiten, Änderungen in der Belegschaft) abgebildet werden können.

Anlass 5

Belastung im Schichtbetrieb reduzieren

Wir erleben immer wieder, dass eine volle Nachtschicht-Besetzung geplant wird, obwohl sie betrieblich nicht erforderlich wäre – nur damit das Schichtmodell einfach bleibt. Wir entwickeln Schichtmodelle, die zum betrieblichen Bedarf passen und dabei möglichst gesundheits- und sozialverträglich sind. Dafür erfassen wir auch sehr differenzierte Besetzungsbedarfe, bilden sie grafisch ab und leiten daraus Besetzungsstärken und Schichtzeiten ab.

Ist Arbeits­zeitreduktion sinnvoll?

Wenn die Wochenarbeitszeit verringert wird, lassen sich wesentlich günstigere Schichtmodelle umsetzen; Sozial- und Gesundheitsverträglichkeit werden deutlich besser. Bislang scheiterte das oft daran, dass die Beschäftigten keinen Lohnverzicht hinnehmen wollen. Teilt man dies jedoch auf Beschäftigte und Arbeitgeber auf, lassen sich realistische Wege zu guten und zufriedenstellenden Schichtmodellen finden. War Teilzeit im Schichtbetrieb bis vor Kurzem noch eine Randerscheinung, ermöglichen jetzt immer mehr Unternehmen ihren Beschäftigten, die Arbeitszeit in einem bestimmten Rahmen zu wählen. Das erfordert eine Anpassung der Schichtplanung, bei der wir regelmäßig unterstützen.

Die Akzeptanz von Veränderungen ist sehr viel größer, wenn Führungskräfte UND Belegschaft direkt einbezogen werden.

Anlass 6 · Neu

Neues Arbeitszeitrecht: wöchentliche Höchstarbeitszeit und Zeiterfassung

Das Arbeitszeitgesetz begrenzt die Arbeitszeit bisher je Tag: grundsätzlich acht Stunden, mit Ausgleich bis zu zehn Stunden. Die Bundesregierung will Betrieben mehr Spielraum geben. Stand Oktober 2026 liegt ein Referentenentwurf des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zur Reform des Arbeitszeitgesetzes vor; beschlossen ist er noch nicht.

Was geplant ist

  • Tarifvertragsparteien sollen statt der täglichen eine wöchentliche Höchstarbeitszeit vereinbaren können – im Rahmen der EU-Arbeits­zeitrichtlinie, die im Durchschnitt höchstens 48 Wochenstunden zulässt.
  • Die elektronische Arbeitszeit­erfassung soll Regelfall werden, mit gestaffelten Übergangsfristen für kleinere Betriebe.
  • Die tägliche Ruhezeit von elf Stunden bleibt.

Was das für Schichtsysteme heißt

Längere Schichten und neue Rhythmen – etwa Modelle mit weniger, dafür längeren Arbeitstagen – könnten über Tarifvertrag bzw. Betriebs­vereinbarung leichter möglich werden. Ob sie sinnvoll sind, entscheidet sich an Gesundheit, Sicherheit und Akzeptanz: Lange Nachtschichten und lange Schichtblöcke belasten stark. Mehr Spielraum ist eine Chance, kein Selbstläufer.

Unsere Beratung dazu

  • Check Ihres Schichtsystems: Was wird möglich, was bleibt gesundheitlich problematisch?
  • Szenarien mit Personalbedarf, Besetzung und Saldenentwicklung im Vergleich zum heutigen Modell
  • Moderation zwischen Geschäftsleitung, Betriebsrat und Belegschaft, Unterstützung bei der Betriebs­vereinbarung
  • Zeiterfassung, Zeitkonten und Schichtplanung so aufeinander abstimmen, dass sie zusammen funktionieren
Arbeitszeit­erfassung: Was gilt heute schon?

Seit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 14. Mai 2019 (C-55/18) und dem Beschluss des Bundesarbeitsgerichts vom 13. September 2022 (1 ABR 22/21) sind Arbeitgeber in Deutschland verpflichtet, Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit ihrer Beschäftigten zu erfassen – auch ohne gesetzliche Neuregelung. Die Reform soll vor allem regeln, in welcher Form erfasst wird. Mehr dazu: EuGH-Urteil zur Arbeitszeiterfassung und Vertrauensarbeitszeit.

Rechtsstand: Oktober 2026. Der Gesetzentwurf kann sich im Gesetzgebungsverfahren noch ändern; diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung. Bei arbeitsrechtlichen Fragen arbeiten wir mit spezialisierten Kanzleien zusammen.

Branchen

Schichtplanung für Ihre Branche

Jede Branche hat ihre typischen Muster – und jeder Betrieb seine Besonderheiten. Die genannten Projekte stammen aus unserer Referenzliste; Namen nennen wir nicht, auf Anfrage vermitteln wir gern persönliche Ansprechpartner.

Lebensmittel- und Getränkeindustrie

Saisonale Spitzen, Vollkonti-Betrieb, Erweiterung der Betriebszeiten

Getränke im Sommer, Konserven in der Erntezeit: Kaum eine Branche hat so ausgeprägte saisonale Schwankungen. Gefragt sind flexible Schichtsysteme mit Jahresszenario, die in der Saison den Bedarf decken und in ruhigen Zeiten Zeitguthaben abbauen – planbar für die Beschäftigten.

  • Großer Getränkehersteller: Neugestaltung der Schichtsysteme im Hinblick auf ausgeprägte saisonale Schwankungen des Besetzungsbedarfs
  • Hersteller von Konserven: Entwicklung eines flexiblen Schichtsystems für saisonale und kurzfristige Auslastungsschwankungen
  • Lebensmittelproduktion: Vollkonti-Schichtsysteme; Erweiterung der Betriebszeiten

→ Flexible Schichtsysteme

Chemie und Pharma

Vollkonti, Altersfreizeiten, Rahmenkonzepte für große Standorte

Kontinuierliche Prozesse, hohe Qualifikationsanforderungen und tarifliche Besonderheiten wie Altersfreizeiten prägen die Schichtsysteme. Mehr freie Tage eröffnen hier Flexibilitätsoptionen – wenn das Schichtsystem sie geschickt nutzt.

  • Pharma-Konzern: Rahmenkonzept für sämtliche Schichtsysteme an einem großen Produktionsstandort mit Entwicklung einer Betriebsvereinbarung
  • Pharma-Konzern (Generika): Weiterentwicklung des Schichtsystems wegen Erweiterung der Betriebszeit von fünf auf sechs Tage

→ Betriebszeiten erweitern

Kunststoff-, Glas- und Prozessindustrie

Anlagen, die durchlaufen – Vollkonti-Modelle und ihre Varianten

Wo Anlagen rund um die Uhr laufen, steht das Vollkonti-Schichtmodell im Mittelpunkt – mit der Frage, welche Variante zur Wochenarbeitszeit, zur Besetzung und zur Belegschaft passt.

  • Kunststoffindustrie: Neugestaltung der Schichtsysteme; Weiterentwicklung des Schichtsystems (Baden-Württemberg)
  • Produktionsstandort der Glasindustrie: Neugestaltung des Vollkonti-Schichtsystems

→ Schichtmodelle

Metall, Elektro und Technologie

Engpassanlagen, Wertströme, Industrie 4.0, Zeitkonten

In der diskreten Fertigung wechseln Bedarfe oft je Anlagengruppe. Wertstromorientierte Schichtsysteme, kombinierte Schichtmodelle und gute Flexi-Regeln halten die Belastung gering und die Liefertreue hoch.

  • Technologie-Konzern: Überarbeitung sämtlicher Schichtsysteme
  • Hersteller von Transformatoren: Einführung gesundheitsverträglicherer Schichtsysteme
  • Entwicklung und Produktion von Massenspektrografen: Arbeitszeitflexibilisierung – erfolgreiche Vermittlung zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung mit Abschluss einer Betriebsvereinbarung
  • Entwicklungsingenieure in der Automobilbranche: Entwicklung eines Zeitkontensystems

→ Wertstromorientiertes Schichtsystem

Logistik, Verkehr und Luftfahrt

Komplexe Schichtsysteme mit wechselnden Besetzungsstärken

Logistik und Verkehr richten sich nach Fahrplänen, Flugplänen und Kundenaufträgen. Daraus entstehen Besetzungsbedarfe, die über Tag und Woche stark wechseln – ein Fall für differenzierte Schichtmodelle und ein verlässliches Ausfallmanagement.

  • Logistik-Tochter eines großen Flughafens: Entwicklung eines komplexen Schichtsystems mit Umsetzungsbegleitung und Organisationsentwicklung
  • Fluggesellschaft: Workshops zur Neugestaltung der Schichtsysteme
  • Verkehrsleitzentrale: Neugestaltung des Schichtsystems (in Zusammenarbeit mit Fauth-Herkner & Partner)

Entsorgung und kommunale Betriebe

Dienstplanung, Organisations­entwicklung, Führung
  • Entsorgungsunternehmen: Neugestaltung der Dienstplanung
  • Kommunales Entsorgungsunternehmen: Organisationsentwicklung für das Kompetenzcenter Personal, Führungsklausur Technik, Evaluation der Maßnahmen

→ Dienstplanung

Dienstleistung rund um die Uhr

Service, Freizeit, Callcenter, soziale Einrichtungen
  • Großer Interessenverband: konzeptionelle Studie und Pilotprojekt zur Umsetzung gesundheitsgerechter Arbeitszeitsysteme in Callcentern und bei Dienstleistungen
  • Große Einrichtung zur Betreuung von Menschen mit Behinderungen: Begleitung des Projekts Arbeits- und Arbeitszeitorganisation
  • Großer Träger von Kindertagesstätten: Reorganisation des Arbeitszeitmanagements (Mitarbeit im Projekt)

→ Servicezeit-Modelle

Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen

Dienstplanung von der Besetzungsplanung bis zum Ausfallmanagement

In jahrelanger Zusammenarbeit mit Dienstplanerinnen und Dienstplanern und in vielen Projekten haben wir für die Dienstplanung im Krankenhaus einen Best-Practice-Ansatz entwickelt, der den gesamten Prozess von der Besetzungsplanung bis zum Ausfallmanagement umfasst – für sämtliche Berufsgruppen. Wir vermitteln ihn in Inhouse-Seminaren und setzen ihn in unseren Projekten um; Best Practice heißt dabei selbstverständlich, den spezifischen Anforderungen, Zielen und Wünschen jedes Hauses gerecht zu werden.

→ Dienstplanung im Krankenhaus auf personal-im-krankenhaus.de

Weitere Projekte: Referenzen Arbeitszeitmanagement

Vorgehen

So entsteht ein neues Schichtsystem

Die Gestaltung von Schichtsystemen hat immer zwei Seiten: die Wahl des geeignetsten Schichtmodells und dessen Anpassung (Teilzeitgruppen, wechselnde Besetzung usw.) UND einen Satz guter Regeln für die Steuerung der erforderlichen Flexibilität und das Ausfallmanagement.

  1. Basismodell findenBeratung bei der Suche nach dem günstigsten Basismodell – passend zu Betriebszeiten, Wochenarbeitszeit und betrieblichen Besonderheiten.
  2. Schichtrhythmus entwickelnMit dem auch die Beschäftigten zufrieden sind, ggf. mit Auswahl aus verschiedenen Alternativen.
  3. Anpassen und integrierenTeilmodelle für Beschäftigte mit Einschränkungen (Nachtschicht-Untauglichkeit, Teilzeit), ggf. Dauernachtschicht.
  4. Personalbedarf berechnenFür alle Phasen und Szenarien.
  5. AbstimmenKommunikation mit der Belegschaft, Moderation mit dem Betriebsrat.
  6. Regeln festlegenAusfallmanagement und Flexi-Optionen.
  7. UmsetzenBegleitung bis zum ersten Schichtplan, ggf. Auswahl eines IT-Systems zur Schichtplanung.
Beschäftigte mit Schutzhelmen besprechen sich in einer Produktionshalle

Beteiligung, die wirkt

Die Akzeptanz von Veränderungen ist sehr viel größer, wenn Führungskräfte UND Belegschaft direkt einbezogen werden. Wir haben Methoden entwickelt und in zahlreichen Projekten angewendet, die genau dies ermöglichen: Alle können ihre Ideen einbringen, wir holen aus jedem Input heraus, was weiterhilft, und zeigen in wertschätzender Weise auf, wenn etwas nicht geht. Oft erleben wir, dass Management und Betriebsrat in so einem Projekt mehr Verständnis für die unterschiedlichen Perspektiven entwickeln und statt fauler Kompromisse richtig gute Lösungen entstehen – und nebenbei das Klima freundlicher wird.

Unsere externe Schichtplanberatung hilft Ihnen, Ihre Schichtplanung gezielt und bedarfsgerecht anzupassen und dabei die Zufriedenheit in der Belegschaft zu erhalten und oft sogar zu verbessern. Ergänzend bieten wir Inhouse-Seminare zur Schicht- und Dienstplanung an.

Schichtmodelle

Passende Schichtmodelle wählen

Die gängigen Schichtmodelle, insbesondere für den Vollkonti-Betrieb, sind relativ leicht aus dem Internet zu besorgen. Zu jedem gibt es aber zahlreiche Varianten und weniger bekannte Möglichkeiten, und viele Basismodelle passen nicht zur Wochenarbeitszeit. Wer nur eine Wochenarbeitszeit und immer gleiche Schichtstärken hat und alle Betroffenen einverstanden sind, kann ein Modell relativ einfach auswählen. Oft ist es jedoch nicht so einfach – etwa wenn nicht alle Schichten gleichmäßig besetzt werden müssen oder können, oder wenn Beschäftigte aufgrund von Altersfreizeit oder familiären Gründen kürzer arbeiten. Dann ist es sinnvoll, Schichtrhythmen für verschiedene Wochenarbeitszeitgruppen zu integrieren und Regeln für zusätzliche freie Tage festzulegen. In Workshops finden wir mit Führungskräften und Beschäftigten immer wieder neue Lösungen.

4-1-Schichtmodell im Wochenraster Montag bis Sonntag mit Früh-, Spät- und Nachtschichten
4-1-Schichtmodell – belastend, 40 Stunden
5-1-Schichtmodell im Wochenraster Montag bis Sonntag mit Früh-, Spät- und Nachtschichten
5-1-Schichtmodell – günstig, aber unter 35 Stunden
Variante eines 18-Schicht-Modells mit vierwöchigem Rhythmus
Variante eines 18-Schicht-Modells
Schichtmodell mit sechs Schichtgruppen und zusätzlichen Tagschichten
Schichtmodell mit sechs Gruppen und zusätzlichen Tagschichten
Welche Basismodelle gibt es?
  • Vollkonti-Schichtmodelle
  • 4-Schicht-Modelle bzw. 4-Schicht-Systeme
  • 5-Schicht-Modelle bzw. 5-Schicht-Systeme (21-Schicht-Modell)
  • Gruppenkombinationen für Vollkonti-Modelle mit verkürzten Arbeitszeiten
  • Schichtmodelle für 17 und 18 Schichten
  • Schichtmodelle für den 3-Schicht-Betrieb
  • Schichtmodelle für den 7-Tage-Betrieb ohne Nachtschicht

Am Anfang steht die Suche nach dem günstigsten Basismodell. Auch wenn das Internet voll von Schichtmodellen ist, fällt die Auswahl oft nicht leicht, weil es immer betriebliche Besonderheiten gibt. Meist haben auch die Beschäftigten ganz spezielle Wünsche – die wir berücksichtigen, soweit es auf gesundheitsverträgliche Weise möglich ist.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Schichtsystemen

Was ist der Unterschied zwischen einem Schichtmodell und einem Schichtsystem?

Das Schichtmodell ist der Rhythmus, nach dem Gruppen Früh-, Spät- und Nachtschichten und freie Tage durchlaufen, etwa ein 4-Schicht- oder 5-Schicht-Modell im Vollkonti-Betrieb. Das Schichtsystem umfasst mehr: die Anpassung des Modells an Besetzungsbedarf und Wochenarbeitszeit, Teilmodelle für Teilzeit oder Beschäftigte, die nicht nachts arbeiten können, und einen Satz guter Regeln für Flexibilität und Ausfallmanagement.

Was tun, wenn die Produktionsmengen steigen und die Betriebszeiten erweitert werden müssen?

Zuerst klären wir, wo und wie viel zusätzliche Kapazität wirklich gebraucht wird – oft nur an einzelnen Engpassanlagen. Dann prüfen wir Alternativen zur ständigen Samstagsarbeit: 17-, 18- oder 19-Schicht-Modelle, mehrere parallel laufende Schichtmodelle oder anlagenübergreifende Schichtgruppen. Ziel ist ein Modell, das den Bedarf deckt und Nacht- und Wochenendarbeit für die Einzelnen möglichst gering hält.

Wie lassen sich Schichtsysteme an sinkende Produktionsmengen anpassen?

Mit einer neuen Personalbedarfsrechnung und Szenarien: weniger Schichten oder Betriebstage, Schichtmodelle mit kürzerer Wochenarbeitszeit, gezielt genutzte Arbeitszeitkonten und freiwillige Teilzeit- oder Wahlarbeitszeitmodelle. So lässt sich Kapazität anpassen, ohne Qualifikationen zu verlieren und ohne dass das Schichtsystem für die Beschäftigten unattraktiv wird.

Wie funktionieren flexible Schichtsysteme bei saisonalen Schwankungen?

In einem Jahresszenario werden die Phasen mit unterschiedlichen Betriebszeiten erfasst und mit passenden, untereinander kompatiblen Schichtmodellen verknüpft. Flexi-Elemente fangen kurzfristige Schwankungen ab, eine Saldenvorschau zeigt, wie Plus- und Minusstunden über das Jahr aufgehen, und einfache Flexi-Regeln (z. B. Ankündigungsfristen) geben den Beschäftigten Planbarkeit.

Wie wird Schichtarbeit wieder attraktiv für Fachkräfte?

Zum Beispiel durch Schichtmodelle mit weniger als 40 Wochenstunden, mehr Mitsprache bei freien Tagen über Zeitfenstersysteme, systematischen Schichttausch, gezielte Zulagen für besonders unbeliebte Schichten wie die Samstag-Spätschicht, Wahlarbeitszeit und die Integration von Teilzeit. Für Ältere gibt es Lösungen bei Nachtschicht-Untauglichkeit, die nicht einseitig zulasten der Jüngeren gehen.

Was bedeutet die geplante wöchentliche Höchstarbeitszeit für Schichtbetriebe?

Die Bundesregierung plant, dass Tarifvertragsparteien statt der täglichen eine wöchentliche Höchstarbeitszeit vereinbaren können; Stand Oktober 2026 liegt dazu ein Referentenentwurf des Bundesarbeitsministeriums vor, das Gesetz ist noch nicht in Kraft. Damit könnten längere Schichten und andere Schichtrhythmen möglich werden – die tägliche Ruhezeit von elf Stunden bleibt. Wir prüfen, ob und wie sich Ihr Schichtsystem damit gesundheitsverträglich verbessern lässt, und begleiten die Abstimmung mit dem Betriebsrat.

Müssen Schichtbetriebe die Arbeitszeit erfassen?

Ja. Nach dem Beschluss des Bundesarbeitsgerichts vom 13. September 2022 sind Arbeitgeber schon heute verpflichtet, Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit zu erfassen. Der Gesetzentwurf zum Arbeitszeitgesetz sieht zusätzlich die elektronische Erfassung mit Übergangsfristen vor. Wir helfen, Zeiterfassung, Zeitkonten und Schichtplanung so aufeinander abzustimmen, dass sie in der Praxis funktionieren.

Wie beziehen Sie Betriebsrat und Belegschaft ein?

Von Anfang an. In Gesprächen mit Führungskräften und Betriebsrat erfassen wir Ziele und Sichtweisen, in Workshops mit Beschäftigten entstehen und reifen die Lösungsideen, und wir moderieren die Abstimmung zwischen den Betriebsparteien. Die Erfahrung zeigt: Die Akzeptanz eines neuen Schichtsystems ist viel größer, wenn Führungskräfte UND Belegschaft direkt beteiligt sind.

Was bekommen wir am Ende eines Schichtprojekts?

Ein Schichtsystem, das zu Ihren Rahmenbedingungen und zur Unternehmenskultur passt, dazu Besetzungsplanung, Schichtmodelle und Jahresszenarien in weiter verwendbarer Form, damit Sie Anpassungen selbst vornehmen können, eine Umsetzungsplanung mit klarer To-do-Liste und auf Wunsch Begleitung bis zum ersten operativen Schichtplan und Unterstützung bei der Betriebsvereinbarung.

Für welche Branchen beraten Sie zu Schichtsystemen?

Für Produktionsbetriebe der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, Chemie und Pharma, Kunststoff- und Glasindustrie, Metall-, Elektro- und Technologieunternehmen, für Logistik und Verkehr, Entsorgung und Dienstleistungsbetriebe mit Betrieb rund um die Uhr. Für Krankenhäuser gibt es unser eigenes Angebot auf personal-im-krankenhaus.de.

Kontakt

Bei welchem Anliegen können wir Sie unterstützen?

Rufen Sie uns gern an unter 08131 310 68 72 oder schreiben Sie uns an info@win-win-work.de. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Stand: 29.10.2026 · Müller & Mooseder Unternehmensberatung, Schleißheimer Str. 87a, 85221 Dachau